Buch Rezension: Selbstwertgefühl Stärken
Ein kompletter Leitfaden von Tim Hamer

Wie stärke ich mein Selbstwertgefühl? Blogger Tim von Dubistgenug.de hat zu diesem Thema ein komplettes Buch geschrieben, welches ich kostenfrei lesen durfte, um anschließend eine Rezension darüber zu veröffentlichen. (Mehr Infos zum Buch: Selbstwertgefühl Stärken – Ein kompletter Leitfaden*)

Das Buch ist starke 234 Seiten dick und bietet einen kompletten Rundumschlag, was die gängigen Persönlichkeitsentwicklungs-Themen betrifft. Ob Tim sich mit diesem Ansatz verschätzt hat, oder ob er doch den richtigen Weg zwischen Themenvielfalt und Tiefe gefunden hat, erfährst du in meiner Rezension.

Wer sich diese komplette Rezension nicht antun möchte, der kann ganz unten im Fazit nachlesen, was ich von Tims Buch halte.

 

„Du Bist Genug!“ So lautet das Motto von Tim Hamers Website, die sich – genauso wie sein jüngst erschienenes Buch – mit der Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls beschäftigt. Tim selbst hat eine Vergangenheit als schüchterner und zurückhaltender Kerl hinter sich, die einige Parallelen zu meiner eigenen Geschichte aufweist: Kritik lieber aus dem Weg gehen und im Gleichschritt bleiben, um nicht negativ aufzufallen. Doch wie bei mir gab es auch bei Tim irgendwann einen Punkt, an dem sich sein Blatt wendete, sodass er heute deutlich selbstbewusster auftritt als früher. Diese prägenden Erfahrungen scheinen die Basis der Inhalte zu sein, über die Tim schreibt und welche er an einigen Stellen mit Inhalten aus weiterführender Literatur ergänzt und im Literaturverzeichnis verlinkt. Doch wie funktioniert das mit dem Selbstwertgefühl denn nun genau? Es folgt meine subjektive Zusammenfassung von Selbstwertgefühl Stärken – Ein kompletter Leitfaden*.

„Willst du dich als Person verändern, geht das nur über die Veränderung deiner Bewusstheit, dich selbst kannst du nie verändern, weil du schon perfekt bist. Perfekt und ohne Fehler.“

Tims erste große These lautet: Dein Grad an Bewusstheit entscheidet maßgeblich über dein eigenes Selbstwertgefühl. Dabei wird schnell klar, dass Tim einen hohen Stellenwert auf die Veränderung innerer Prozesse legt. Das bestätigt sich später im Buch durch die Erklärung, dass Glück und Erfüllung nicht im Außen gefunden werden können. Stattdessen liegt der Fokus auf der eigenen Perspektive – die berüchtigte Brille, die wir alle tragen und mit der wir die Realität subjektiv gefiltert wahrnehmen. Diese Brille können wir verändern, so Tim!

Das Handeln ist trotzdem Bestandteil jeder Veränderungsarbeit. Gute Ratgeber weisen darauf hin, die besten nehmen kein Blatt vor den Mund: Ohne Taten gibt es keine Veränderung. Genauso wenig ohne Geduld. Tim klärt zu Beginn gleich auf: Dies hier wird kein Wochenendseminar. Um dauerhafte Veränderung zu bewirken, brauchst du Geduld und Einsatz. Er vergleicht das Leben mit einer abenteuerlichen Reise und raubt uns die letzte Hoffnung auf einen Quick-Fix unserer Probleme. Um nicht völlig desorientiert im leeren Raum zu stehen, empfiehlt Tim uns als Werkzeug, ein neues Tagebuch anzulegen, in dem wir im Laufe der Zeit immer wieder unsere Gedanken, Fortschritte und Reflexionen notieren können.

Dennoch kommt der mentale Aspekt der Veränderungsarbeit nicht zu kurz. So fordert Tim uns auf, dass wir erst einmal eine interne Bestandsaufnahme durchführen. Wir sollen unsere Gefühle in Bezug auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche reflektieren: Unsere Gedanken und mentalen Bilder, unsere Persönlichkeit und Identität, unser Körper, unsere Sprache und unser Umfeld. Diese Methode ähnelt einem Frühjahrsputz, passend zur Jahreszeit, bei dem wir unseren Verstand und unsere Gefühle deutlich unter die Lupe nehmen und anschließend ausmisten können.

Tim bespickt seine Theorie mit praktischen Übungen, viele davon in Form von Schreib-Aufgaben im eigenen Tagebuch. Es wird schnell klar, dass wahre Veränderung tatsächlich nur über Handlungen geschehen kann – selbst wenn diese zu Beginn vor allem mentale Aufgaben sind.

Im Laufe des Buchs werden wir weiterer Illusionen beraubt: Die Suche nach Glück und Erfüllung im Außen wird als Schwindel aufgedeckt, genauso wie der ständige Vergleich mit anderen Menschen zu keinem dauerhaften Glück führen kann. Unser Selbstbild sei eine utopische und unrealistische Ansammlung an Imperativen und Superlativen, derer wir niemals im Leben gerecht werden können – und uns gleichzeitig dafür verurteilen.

In Passagen wie diesen kommt Tim gerne zur Kern-Aussage seines Werkes zurück: Du Bist Genug! Statt sich einem illusionären Selbstbild zu verschreiben, die eigenen Leistungen mit denen anderer Personen zu vergleichen und das Lebensglück in materiellen Dingen zu suchen, sollten wir uns endlich mal entspannen – zurück lehnen – und das Leben im Hier und Jetzt genießen. Ein Ratschlag, den ich gerne unterschreibe.

Tim setzt sich für den bewussten Umgang mit Emotionen ein und erklärt, dass wir unsere Gefühle deutlich mehr zulassen, akzeptieren und bewusst (wie aus der Distanz) wahrnehmen dürfen. Denn die eigenen Emotionen unterdrücken wir meist so stark, dass wir nur einen kleinen Teil von ihnen wahrnehmen können, erklärt Tim. In diesem Zusammenhang umreißt er auch den Vorteil von Verletzlichkeit, welche wir bewusst zulassen und glorifizieren dürfen.

„Was im Endeffekt wirklich hinter deinem niedrigen Selbstwertgefühl steht: Dass du dich zu stark mit deinen Gedanken identifizierst.“

Das vierte Kapitel von Selbstwertgefühl Stärken beschäftigt sich mit Spiritualität. Erwartet uns hier nur Esoterik-Geschwätz? Nein. Tim geht hier im Grunde auf drei Themen ein: Auf das Gegenwärtig-sein, auf das Loslassen der Vergangenheit und auf das Dankbar-sein. Er sieht den Ursprung jeglicher Selbstwertprobleme in der Identifikation mit destruktiven Gedanken (Selbstbildern, inneren Dialogen..) und empfiehlt die Meditation als die Methode zur Verbesserung der eigenen Bewusstheit. Diese hilft nämlich auch gleich dabei, die Gedanken und Gefühle über die eigene Vergangenheit in Frieden loszulassen und Dankbarkeit für das gegenwärtige Leben zu empfinden. Keine schlechte Sache!

Im fünften Kapitel kommt Tims Rundumschlag zu allen weiteren Themen der Persönlichkeitsentwicklung: Ernährung, Sport, Körperbewusstsein und Entspannungsübungen. Der Fokus liegt hierbei darauf, einen guten Kontakt zum eigenen Körper (somit auch zu den eigenen Gefühlen, Bedürfnissen, etc.) herzustellen. Tim plaudert bisschen aus dem Nähkästchen und erzählt von seinen Erfahrungen im Bereich Ernährung, Sport und Entspannung – ohne jedoch wirklich tief auf die einzelnen Themen eingehen zu können.

Andere Autoren hätten ihr Buch an dieser Stelle mit dem Literaturverzeichnis locker beenden können, doch Tim packt noch ein weiteres Kapitel drauf: Die Anwendung im realen Leben. Obwohl Tim bereits etliche Übungen und praktische Ratschläge in seinem Buch eingebaut hat, liefert er hier weitere Anregungen für die praktische Umsetzung. So holt er auch hier zu einem Rundumschlag aus: Radikale Ehrlichkeit, den eigenen Lebensweg finden, der Umgang mit Niederlagen, der Umgang mit anderen Menschen, äußere Faktoren, die kritische Betrachtung der eigenen Identität und das Finden der eigenen Werte – all diese Themen schneidet er an und beleuchtet sie relativ kritisch unter dem Aspekt des Selbstwertgefühls. Was ihm gelingt: Er gleitet dabei in keine dogmatische Tonlage ab, sondern bleibt rational und differenziert.

Immer wieder im Vordergrund: Der Appell an die eigene Verantwortung, ganz im Stil Kants, also an die Fähigkeit sich des eigenen Verstandes zu bedienen und sein Schicksal, beinahe existenzialistisch, selbst in den Händen zu halten. Die Macht läge im eigenen Fokus (was ich bestätigen würde), das bedeutet, die eigene Aufmerksamkeit selbstbestimmt lenken zu dürfen. Tim schlägt vor: Durch bewusst gestellte Fragen. Mit den richtigen Fragen lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die (für uns) wichtigen Themen des Lebens, aber auch auf die (für uns) richtige Betrachtungsweise. Wir erinnern uns, dass wir die Realität durch subjektive Perspektiven betrachten und diese kreativ verändern dürfen.

Als Abschluss gibt uns Tim im fließenden Übergang zu seinen Danksagungen noch den Ratschlag, sich seine Mitmenschen ganz bewusst auszuwählen und verweist auf die allseitsbekannte Binsenweisheit: Du bist die Summe der 5 Personen, mit denen du dich umgibst. Die Menschen in Tims Umfeld scheinen alles richtig gemacht zu haben, denn das Buch endet mit wahnsinnig starken 234 Seiten, was für ein Buch aus der Blogosphäre, als monumentale Leistung gewürdigt werden darf.

Fazit

Das Buch Selbstwertgefühl Stärken wirkt wie ein Manifest, in dem Tim all seine Erfahrungen im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung geordnet und durch Argumente untermauert darlegen wollte. Auch wenn es an einigen Stellen thematisch sehr breit aufgestellt wurde, schafft Tim den Spagat zwischen Übersicht und Tiefgang. Der Fokus liegt deutlich auf dem Einfluss des eigenen Bewusstseins auf das Selbstwertgefühl: Bewusstheit, also ein expliziter Fokus, kombiniert mit Meditation, Selbstliebe und kreativer Reflexion der mentalen Vorgänge, sind laut Tim die Hauptzutaten. Abgerundet wird das ganze Gericht mit Körperbewusstheit, Sport, gesunder Ernährung und den richtigen Freunden. Für all das darf der Leser selber sorgen, da ihm der Erfolg nicht in den Schoss fallen wird. Dennoch ermutigt Tim uns als Leser dazu, uns deutlich genauer mit dem eigenen Ich auseinander zu setzen und mal zu reflektieren, was sich so alles mental und emotional bei uns abspielt. Für wahre Kenner der Persönlichkeitsentwicklungs-Literatur wird es keine neuen Einsichten in das menschliche Wesen geben. Falls du jedoch auf der Suche nach einem Weg zu mehr Selbstwertgefühl und Freude im Leben bist, kannst du gerne bei Tim halt machen und dir seine Geschichte anhören. Er erzählt sie dir authentisch und vor allem sympatisch, während du ganz nebenbei lernst, wie das mit dem Selbstwertgefühl nun wirklich funktioniert.

Hier kannst du dir Tims Buch Selbstwertgefühl Stärken näher anschauen und bestellen: Selbstwertgefühl Stärken bestellen *


Dies ist eine Wiederveröffentlichung meiner Rezension vom 17. Februar 2015. Der Genieblog hat Ende 2017 wegen eines Serverfehlers alle Daten verloren, weshalb ich gute alte Artikel neu veröffentliche.


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Das Geheimnis, warum Schreiben mein Leben verändert

Schreiben ist ausgewähltes Denken. Während des Schreibens zwinge ich mich dazu, mich für einen Gedanken zu entscheiden.

Das Schreiben nagelt den Gedanken fest. Es lässt ihn real werden. Was übrig bleibt, ist das, was ich ausgewählt habe.

Ich schreibe, um meinen Fokus zu schärfen.

Dazu schreibe ich Tagebuch. Ich suche mir Gedanken aus, die ich bewusst in meinen Fokus lege, damit sie dort Wurzeln schlagen.

Es sind machtvolle Gedanken. Sie sollen mich daran erinnern, dass ich meine Gedanken wählen kann.

Tagebuch zu schreiben ist für mich wie Gartenarbeit. Je mehr machtvolle Gedanken ich pflanze, desto weniger Unkraut breitet sich in meinem Denken aus.

Je länger ich mein Tagebuch vernachlässige, desto wilder wuchert mein Gedanken-Garten.

Doch wozu pflege ich den Garten und wozu pflanze ich machtvolle Gedanken?

Weil meine Aufmerksamkeit zugleich mein Fokus ist.

Er verändert alles in meinem Leben. Mein Fokus entscheidet, durch welche Brille ich auf alles in meinem Leben schaue.

Gibt es etwas machtvolleres als diese Brille selbst auszuwählen?

Ich schreibe mir meinen Fokus vor, dann setze ich ihn wie eine Brille auf.

Schreiben verändert mein Leben.

Weil ich mir damit meinen Fokus auswählen kann.

Mein Fokus bestimmt die Brille, mit der ich auf alles in meinem Leben schaue.

Die Brille bestimmt meine Interpretation der Dinge, die ich in meinem Leben erlebe.

Meine Interpretation bestimmt meine emotionale Reaktion.

Meine Emotionen erschaffen neue Gedanken.

Meine Gedanken bestimmen meine Worte.

Meinen Worten folgen schnell Handlungen.

Mit Handlungen verändere ich die Realität.

Deshalb verändert Schreiben mein Leben.