Ich pausiere mein Denken

Ich pausiere mein Denken. Die Pause ist wie eine Lücke zwischen zwei meiner Gedanken. „Ich will mich darin üben, diese Lücke bewusst größer zu machen“, denke ich und bemerke, dass ich ja gerade denke – und muss lachen. Dann wieder eine kurze Stille.

In der Stille bemerke ich meine Aufmerksamkeit. Sie wandert umher. Mal sieht sie sich etwas durch meine Augen an, mal hört sie sich etwas über meine Ohren an. Dann fühlt sie ein Jucken und fühlt meine Finger auf meiner Haut, fühlt, wie ich mich am Kinn kratze. Meine Aufmerksamkeit. Mein Fokus. Mein Scheinwerfer. Sie beschäftigt sich immer nur mit einer Sache zugleich. Sie springt oft hin und her, aber nie kann sie zwei Sachen gleichzeitig machen, nie kann sie hören und sehen zugleich, nie kann sie fühlen und denken zugleich. Alles passiert nacheinander, meist in ganz kurzen Abständen. „Aha“, denke ich, „hallo meine Aufmerksamkeit.“

Dann kommt ein neuer Gedanke in die Stille hinein. Er denkt sich von selbst, ich habe das gar nicht geplant, es geschieht einfach. Bin ich in einem Denkmuster? Wenn das Denken sich selbst denkt, wer denkt dann die Gedanken? Bin ich der Denker oder denken die Gedanken sich in mir? Woher kommen diese Gedanken? Warum genau dieser Gedanke? Das ist mir zu viel Verwirrung. Ich will Stille.

Eine Pause zwischen zwei Gedanken.

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