Warum du immer wieder scheiterst (erfolgreich ohne Disziplin)

Kleine Veränderungen sind viel leichter als große Veränderungen. Du hast weniger emotionalen Widerstand. Du musst dir weniger neue Schritte merken. Du musst weniger Disziplin aufwenden. Es ist insgesamt deutlich weniger anstrengend.

Das führt zu einer schnelleren Umsetzungsgeschwindigkeit. Du baust die kleine Veränderung schnell in deinen Alltag ein. Du entwickelst schnell eine neue Gewohnheit daraus. Es fließt dir schnell ins Blut über.

Sobald eine Veränderung adaptiert ist, wirkt sie nicht mehr anstrengend für dich. Du hast dich an sie gewöhnt. Sie wird zur Normalität für dich. Deshalb brauchst du nicht mehr so viel Energie, um die Veränderung mit Disziplin durchzusetzen.

Weil die Veränderung klein war, bist du schneller wieder im Ausgangszustand. Dir steht wieder die volle Kapazität deiner Energien zur Verfügung. Du kannst sofort wieder eine weitere kleine Veränderung initiieren.

Jetzt stell dir vor, dass du eine große Veränderung anstrebst. Mehrere Schritte der Veränderung machen dir gleichzeitig Schwierigkeiten. Dir fehlt der Fokus, denn welchen Schritt sollst du zuerst üben, wenn du alle Schritte zugleich brauchst? Dir fehlt Energie, denn mehrere Sachen gleichzeitig zu lernen, ist richtig anstrengend. Ohne Energie hält auch deine Disziplin nicht mehr lange durch. Du brichst ab und bist wieder am Startpunkt – ohne dass die Veränderung zur Normalität wurde.

Wenn uns kleine Veränderungen so leicht fallen, warum teilen wir die große Veränderung dann nicht einfach auf mehrere kleine Schritte auf? Die Umsetzung der einzelnen Schritte ist deutlich schneller, kostet weniger Energie und der ganze Prozess ist gut „pausierbar“, wenn mal das Leben dazwischen kommt. Der Fortschritt ist aber nicht für die Katz, weil die ersten Schritte schon zur Normalität übergehen.

Kleine Veränderungen sind schneller. Mit mehreren kleinen Veränderungen erreichst du große Veränderungen in deutlich weniger Zeit, mit deutlich weniger Widerstand und ohne große Disziplin zu haben.

Doch wenn es so viel einfacher geht, warum nehmen wir uns dann immer wieder zu große Veränderungen vor?

Weil es fancy klingt, große Ziele zu erreichen. Weil große Ansagen auch große Emotionen hervorrufen. Weil wir die Schnauze voll haben vom Status Quo und sofort Veränderung wollen. Weil wir ungeduldig sind. Weil wir Angst haben zu scheitern und deswegen so schnell wie möglich zum Ziel hetzen wollen.

Die Ironie ist, dass der Wunsch nach großen Veränderungen, die Chance auf Erfolg deutlich verringert.

Trotzdem brauchen wir doch Visionen und große Ziele? Wir dürfen doch nicht unsere Ambitionen ablegen, nur weil es schwer wird?

Völlig richtig und wir müssen große Ziele haben. Doch sollten wir geduldig sein. Frag dich, warum du so ungeduldig bist und du wirst zu 100% eine Angst darunter entdecken. Angst vor dem Scheitern. Angst heute noch nicht genug zu sein. Angst als Hochstapler aufzufliegen.

Wenn wir uns sicher wären, dass wir unser Ziel auf jeden Fall erreichen werden, wieso müssten wir uns dann abhetzen? Wieso können wir nicht entspannt zum Ziel gehen? Warum müssen wir alles heute schaffen?

Wir unterschätzen den Aufwand und die benötigte Energie, um uns an Veränderungen zu gewöhnen. Auch deswegen wählen wir oftmals zu große Ziele. Wir müssen aber die Demut haben, unsere Gier frühzeitig beim ersten Anzeichen von Kraftlosigkeit zu erkennen und die Ziele in mehrere kleine Schritte zu unterteilen.

Dann haben wir genug Fokus und Zeit, um die Ausführung der einzelnen Schritte zu lernen, zu meistern und sie zu einer festen Gewohnheit unseres Lebens zu machen.

Viele unterschätzen den Fortschritt, den sie über kleine und aufeinander aufbauende Schritte erreichen können. Der Zinses-Zins-Effekt spielt hier eine Rolle. Je mehr kleine Schritte du umgesetzt hast, desto effektiver wirst du im kleine Schritte umsetzen. Dein Erfolg steigt exponenziell.

Dein emotionaler Widerstand ist ein guter Gradmesser für die Größe eines Schrittes. Wenn du viel Widerstand spürst, dann ist die Veränderung noch zu groß. Wie kannst du dieses Ziel in mehrere Schritte unterteilen, von denen jeder einzelne machbar und einfach wirkt?

Wozu sollst du Schritte planen, die dir schwierig vorkommen, wenn du mehrere einfache Schritte hintereinander ausführen und zum selben Ziel kommen kannst, aber ohne Widerstand und Stress zu spüren?

Natürlich hat diese Philosophie seine Schwächen. Im Fitness Studio musst du oftmals an deine Grenzen gehen, wenn du merklichen Wachstum erfahren willst. Wahrer Wachstum passiert außerhalb der Komfort Zone. Wenn du mit zu kleinen Gewichten trainierst, dann wirst du nicht wachsen. Alles valide Einwände.

Ich denke die Kunst hierbei ist es, ehrlich zu sich selbst zu sein: Wie viel Widerstand ist für mich einfach zu überstehen? Ab wann übernehme ich mich? Oftmals halten wir uns für stärker, als wir sind oder wollen uns etwas beweisen. Dabei könnte es helfen, wenn wir ein zwei Schritte zurück gehen und erst einmal kleiner anfangen.

Wenn du ein neues Instrument lernst, sind es zu Beginn die Basics, die dir die Schwierigkeiten bereiten. Es macht keinen Sinn zu Beginn schon wie ein Profi zu trainieren. Master the basics first. Wenn du dir genug Zeit nimmst für die Basics, dann kannst du später wieder aufholen.

Das Prinzip heißt „die Axt schärfen“ und besagt, dass es sich lohnt die meiste Zeit beim Baumfällen damit zu verbringen, die Axt zu schärfen. Dann ist das Endergebnis schnell umgesetzt. Die richtige Vorbereitung macht die Durchführung kinderleicht.

Nun ist die goldene Frage, wann die Axt scharf genug ist oder wann wir uns selbst belügen und mit dem stumpfen Ding auf die Bäume einhacken wie ein Irrer.

Hier müssen wir ehrlich zu uns selbst sein und verstehen, dass unser emotionaler Widerstand wieder der beste Indikator für unsere aktuelle Stärke, Mut und Glauben darstellt. Es ist wichtig, den emotionalen Widerstand niedrig zu halten, um die Umsetzungsgeschwindigkeit zu verbessern.

Du reduzierst den emotionalen Widerstand dadurch, dass du die Basics lernst und dadurch Selbstvertrauen aufbaust. Echtes Selbstvertrauen durch Erfahrungen und nicht das aufgeblasene Ego Gehabe.

Wenn du dir selber gezeigt hast, dass du die Basics täglich für 100 Tage umsetzen kannst, dann glaubst du an dich und identifizierst dich als Umsetzer dieser Maßnahme. Du zweifelst nicht mehr daran, ob du es schaffst. Du zweifelst nicht mehr daran, ob du weißt, wie du es tun sollst. Es ist glasklar, dass wenn du dir das vornimmst, du es auch 100 Tage lang durchziehen kannst.

Auf diesem Selbstvertrauen kannst du wahre Erfolge aufbauen. Es braucht ein solides Fundament, um in die Höhe zu bauen. Bau dein Haus nicht auf Sand.

Das Fundament schaffst du durch wiederholte und immer wieder wiederholende Erfahrungen, die dir über einen langen Zeitraum immer wieder Selbstvertrauen geben. All dies sammelt sich in dir zu einer Identität.

Wenn du statt in Sprüngen lieber in Mikro Schritten arbeitest, wirst du dich nicht überfordert fühlen und deutlich schneller zum großen Ziel kommen.

Was brauchst du für eine erfolgreiche Umsetzung deiner Ziele?

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